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Ein GSV'ler auf Abwegen

07.07.2011 von Tobias Witton

Laufen/Tischtennis:Fröndenberger Sportskanonen dominieren Volks- und Straßenlauf

Die Fröndenberger Christof Neuhaus und Stefan Niemietz, die für den Marathon-Club-Menden (MCM) laufen, haben, wie am Montag berichtet, in der Königsdisziplin, der 15-Kilometer-Strecke, der vom VfL-Fröndenberg organisierten 28. Auflage des Volks- und Straßenlaufs durch den Warmer-Löhn, ihrer Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance gelassen. Auch über die Stadtgrenzen hinaus sind die beiden „Sportverrückten" immer ganz vorne mit dabei und gehören zudem nicht nur in ihrer Parade-Sportart, dem Laufen, oft zum engeren Favoritenkreis.

Keine Fachidioten"

Für Neuhaus, der im letzten Jahr die Westfälische Meisterschaft über zehn Kilometer in Coesfeld gewann, ist es nicht unüblich, dass in der Woche schon mal 120 Kilometer Asphalt oder Waldboden „gefressen" werden, um mit der großen Konkurrenz mithalten zu können. Vermutlich würden die Meisten, die nicht aus dem Leistungssport kommen oder denen der Name Christof Neuhaus kein Begriff ist, ungläubig darauf antworten: „Mit meinem Auto mache ich locker das Zehnfache". Dass der 22-Jährige damit aber ein Strecke in seinen Laufschuhen zurücklegt, die fast vier Mal von der Ruhrstadt bis nach Dortmund reicht, ist den Wenigsten klar. „Christof ist ein unglaublich ambitionierter und ehrgeiziger Sportler. Er trainiert sehr hart und viel. Der Erfolg gibt ihm Recht", fand MCM-Trainer Hans-Jürgen Kasselmann nur lobende Worte und bezeichnete ihn im selben Atemzug als „Identifikationsfigur, besonders für die MCM-Jugend". Dass Neuhaus aber alles andere ist, als ein „Fachidiot, stellt er mehrmals im Jahr bei diversen Triathlons unter Beweis. „Fahrrad fahren und Schwimmen sind nicht nur eine perfekte Ergänzung zum Training. Es macht mir auch noch Spaß und das ist im Sport die Hauptsache", sagte der Ruhrstädter. Der nächste wichtige Wettkampf für Neuhaus ist die NRW-Meisterschaft über fünf Kilometer auf der Bahn am kommenden Sonntag in Gladbeck. Ziel wird es sein, die lang ersehnte „15-Minuten-Schallmauer" zu durchbrechen. „Nächste Woche werde ich sehen, wo ich stehe", so der Fröndenberger, der sich strikt an einen, in Absprache mit Trainer Kasselmann individuell zusammengestellten, Laufkalender hält.

Tischtennis als Ausgleich"

Die zweite Leidenschaft von Stefan Niemietz ist das Tischtennis-Spielen. Seit nun mehr als 20 Jahren ist er im Oberligaclub GSV Fröndenberg aktiv und hat vor zwei Jahren mit der GSV-Reserve den Aufstieg in die Landesliga gesichert. Obwohl es auf den ersten Blick so scheint, dass das zwei Sportarten sind, die sich nur schwer miteinander kombinieren lassen, kann der 29-jährige Warmener aus Erfahrung das Gegenteil behaupten: „Das ist die ideale Ergänzung. Durch das Laufen habe ich mehr Ausdauer beim Tischtennis und kann mich so länger auf den Punkt genau konzentrieren". Bevor es für Niemietz im Oktober zu seinem diesjährigen, sportlichen Höhepunkt , dem Amsterdam-Marathon, kommt, stehen noch zahlreiche Volksläufe auf dem Plan, die als Vorbereitung dienen sollen. Auf die Frage ob bei so viel Sport überhaupt noch Zeit für andere Dinge bleibt, hat der Diplom-Ingenieur ein einfache Antwort: „Ich muss ja auch noch arbeiten. Ich würde mich als leistungsorientierter Hobbysportler bezeichnen. Christof ist da schon einen ganzen Tick professioneller".

In den nächsten Sommerwochen werden die beiden Sportskanonen aus Fröndenberg wohl noch viel Schweiß auf der Laufbahn, dem Fahrrad oder an der Tischtennisplatte verlieren. Eins ist aber klar: Satt scheinen sie dabei nie zu werden.

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