Die Fröndenberger Christof Neuhaus und Stefan Niemietz, die für den
Marathon-Club-Menden (MCM) laufen, haben, wie am Montag berichtet, in
der Königsdisziplin, der 15-Kilometer-Strecke, der vom VfL-Fröndenberg
organisierten 28. Auflage des Volks- und Straßenlaufs durch den
Warmer-Löhn, ihrer Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance gelassen.
Auch über die Stadtgrenzen hinaus sind die beiden „Sportverrückten"
immer ganz vorne mit dabei und gehören zudem nicht nur in ihrer
Parade-Sportart, dem Laufen, oft zum engeren Favoritenkreis.
„
Keine Fachidioten"
Für Neuhaus, der im letzten Jahr
die Westfälische Meisterschaft über zehn Kilometer in Coesfeld gewann,
ist es nicht unüblich, dass in der Woche schon mal 120 Kilometer Asphalt
oder Waldboden „gefressen" werden, um mit der großen Konkurrenz
mithalten zu können. Vermutlich würden die Meisten, die nicht aus dem
Leistungssport kommen oder denen der Name Christof Neuhaus kein Begriff
ist, ungläubig darauf antworten: „Mit meinem Auto mache ich locker das
Zehnfache". Dass der 22-Jährige damit aber ein Strecke in seinen
Laufschuhen zurücklegt, die fast vier Mal von der Ruhrstadt bis nach
Dortmund reicht, ist den Wenigsten klar. „Christof ist ein unglaublich
ambitionierter und ehrgeiziger Sportler. Er trainiert sehr hart und
viel. Der Erfolg gibt ihm Recht", fand MCM-Trainer Hans-Jürgen
Kasselmann nur lobende Worte und bezeichnete ihn im selben Atemzug als
„Identifikationsfigur, besonders für die MCM-Jugend". Dass Neuhaus aber
alles andere ist, als ein „Fachidiot, stellt er mehrmals im Jahr bei
diversen Triathlons unter Beweis. „Fahrrad fahren und Schwimmen sind
nicht nur eine perfekte Ergänzung zum Training. Es macht mir auch noch
Spaß und das ist im Sport die Hauptsache", sagte der Ruhrstädter. Der
nächste wichtige Wettkampf für Neuhaus ist die NRW-Meisterschaft über
fünf Kilometer auf der Bahn am kommenden Sonntag in Gladbeck. Ziel wird
es sein, die lang ersehnte „15-Minuten-Schallmauer" zu durchbrechen.
„Nächste Woche werde ich sehen, wo ich stehe", so der Fröndenberger, der
sich strikt an einen, in Absprache mit Trainer Kasselmann individuell
zusammengestellten, Laufkalender hält.
„
Tischtennis als Ausgleich"Die zweite Leidenschaft von
Stefan Niemietz ist das Tischtennis-Spielen. Seit nun mehr als 20 Jahren
ist er im Oberligaclub GSV Fröndenberg aktiv und hat vor zwei Jahren
mit der GSV-Reserve den Aufstieg in die Landesliga gesichert. Obwohl es
auf den ersten Blick so scheint, dass das zwei Sportarten sind, die sich
nur schwer miteinander kombinieren lassen, kann der 29-jährige Warmener
aus Erfahrung das Gegenteil behaupten: „Das ist die ideale Ergänzung.
Durch das Laufen habe ich mehr Ausdauer beim Tischtennis und kann mich
so länger auf den Punkt genau konzentrieren". Bevor es für Niemietz im
Oktober zu seinem diesjährigen, sportlichen Höhepunkt , dem
Amsterdam-Marathon, kommt, stehen noch zahlreiche Volksläufe auf dem
Plan, die als Vorbereitung dienen sollen. Auf die Frage ob bei so viel
Sport überhaupt noch Zeit für andere Dinge bleibt, hat der
Diplom-Ingenieur ein einfache Antwort: „Ich muss ja auch noch arbeiten.
Ich würde mich als leistungsorientierter Hobbysportler bezeichnen.
Christof ist da schon einen ganzen Tick professioneller".
In den nächsten Sommerwochen
werden die beiden Sportskanonen aus Fröndenberg wohl noch viel Schweiß
auf der Laufbahn, dem Fahrrad oder an der Tischtennisplatte verlieren.
Eins ist aber klar: Satt scheinen sie dabei nie zu werden.

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