„Ein unvergesslicher Tag. Der
Höhepunkt meiner sportlichen Laufbahn", beschrieb der Fröndenberger
Tobias Witton seinen Auftritt bei der Leipold-Tischtennis-Gala im
Hemeraner „Grohe-Forum", bei der der 21-Jährige als einer von vier
glücklichen Lokalspielern gegen einen echten Weltklassespieler antreten
durfte.
Um 19 Uhr stand zunächst ein
„get-together" mit den Tischtennis-Profis auf dem Programmplan der
Veranstaltung. Bei einem gemeinsamen Imbiss mit Timo Boll, Christian
Süß, Jean-Michel-Saive und Wang Xi durfte Witton, Spieler des
Oberligisten GSV Fröndenberg, die Stars hautnah miterleben und auch so
manche Fragen stellen. „Ich wollte keine Frage stellen, die Timo
wahrscheinlich schon hundertmal gehört hat. So habe habe ich ihn
gefragt, was für ein Auto er fährt. Seine Frau ergriff Partei und sagte
'Nur ein VW-Tuareg. Wir sind auch ganz normale Menschen'", sagte Witton
und bemerkte weiter: „von Starallüren keine Spur".
Dass die vier Spieler
der Tischtennis-Weltelite tatsächlich auch nur ganz gewöhnliche
Menschen sind, stellten sie wenig später beim sportlichen Programm in
der mit rund 700 Zuschauern gut besuchten Mehrzweckhalle unter Beweis.
Um 20 Uhr übernahm Radio-Moderator Mirco Heintz, der Jung und Alt in
einer amüsanten und lockeren Art durch den Abend führte und die
Lokalsspieler erst nach den Profis als „wahre Helden" in die Halle rief,
die mit Spannung erwartete Auslosung der „Profi-gegen-Amateur-Spiele".

Wie es der Zufall wollte, wurde dem Fröndenberger der Belgier und
„Spaßvogel" Jean-Michele-Saive zugelost, der für seine einzigartigen
Show-Kämpfe bekannt ist und auch deshalb zu einem echten
Publikumsmagneten avancierte. „Ich wusste, dass Saive nach Boll zu Tobis
Wunschgegner gehörte. Dass es aber das mit Abstand beste Los war, war
durch den mehrmaligen Szenen-Applaus des Publikums unschwer zu
verkennen. Es schien mir so, als würden fast alle nur auf das Spiel
zwischen meinem Doppelpartner und dem Belgier schauen", berichtete
Hendrik Arndt, GSV-Mannschaftskollege von Witton, seine Eindrücke. Neben
einigen Top-Spin-Duellen spielte der 17-fache belgische Meister auch
mehrere Ballon-Abwehr-Bälle, bei dem nach jedem Ballwechsel ein
lautstarkes und begeistertes Raunen durch die Ränge ging. Nach
spannenden drei Sätzen war es am Ende aber der Profi, der die
unterhaltsame Partie für sich entschied. „Wenn Saive gewollt hätte, wäre
das Spiel schon nach zehn Minuten beendet. Durch die zahlreichen
Show-Einlagen dauerte es aber eine halbe Stunde. Ich habe jede Sekunde
davon genossen. Nachher musste ich sogar mein erstes Autogramm geben",
meinte Witton voller Stolz. Auch Helmut Krämer, Vorstandsvorsitzender
des GSV Fröndenberg, der sich das Spektakel von der Tribüne ansah, war
von der Leistung des GSV-Eigengewächses begeistert: „Ein besseres
Abendprogramm, hätte ich mir kaum vorstellen können".
Nachdem auch die anderen
Lokalspieler ihren zugelosten Profi-Gegnern ohne Satzgewinn unterlagen,
Daniel Becker (TTC DJK Lendringesen) spielte gegen Boll, Volker
Rummenhohl (TTF Wetter/Herdecke) gegen Süß und Marc Rochholl (TTC Werl)
gegen Wang, waren die Ballkünstler im Halbfinale unter sich. Während
sich Boll, die aktuelle Nummer zwei der Weltrangliste, eine heiße
„Abwehrschlacht" mit dem chinesischen Materialspieler Wang Xi leistete,
passierte im zweiten Halbfinale zwischen Süß und Saive das, was niemand
ahnen konnte: Im dritten Satz des mitreißenden Show-Kampfes verletzte
sich Süß bei einer schnellen Bewegung das Bein und musste aufgeben.
Knorpelschaden war die erschreckende Diagnose. „Das war der einzige
Wermutstropfen. Ansonsten lief alles nach Plan und hat großen Spaß
gemacht", zeigte sich Organisatorin, Sylvia Schreiber von der Sauerland
GmbH, hochzufrieden. Im Finale behielt der WM-Dritte Boll in vier Sätzen
die Oberhand über den „Meister der Herzen" Saive.
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